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Gründe für den Jobwechsel in der Bewerbung

Sie möchten in Ihrer Bewerbung den Stellenwechsel begründen, und zwar gekonnt?

„Weshalb wollen Sie Ihre Stelle wechseln?“ Diese Frage ist in Vorstellungsgesprächen oft gefürchtet. Und sie kann – in der Tat – für das Ja oder Nein des Personalverantwortlichen zum Bewerber ausschlaggebend sein. Sollten Sie also einen solch wichtigen Aspekt dem Zufall überlassen?

Wer sich die Antwort jedoch genau überlegt hat und seinen Stellenwechsel bei der Bewerbung überzeugend begründen kann, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Ganz im Gegenteil: Aus der vermeintlichen Falle kann so eine große Chance werden, die Ihnen dabei hilft, bei ihrem neuen Chef gleich einen Stein im Brett zu haben.

So gedanklich ausgerüstet macht es natürlich Sinn, eine gute Motivation für den Jobwechsel bereits im Anschreiben niederzulegen – und sich auf diese Art und Weise positiv von den Mitbewerbern abzuheben. Dass hierfür eine gute Vorbereitung das A und O ist, steht außer Frage. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Stellenwechsel gut begründen. Und was Sie besser auf elegante Weise umschreiben sollten.

Überlegungen zum Grund für den Jobwechsel

Eine alte Weisheit lautet, man solle sich vor dem Sprechen überlegen, ob das zu Sagende wahr ist, wesentlich und einer guten Absicht entspringt. Doch was hat das mit Begründung Ihres Stellenwechsels in der Bewerbung zu tun? Eine ganze Menge, wie Sie gleich sehen werden.

Sind Sie sich selbst darüber genau im Klaren, warum Sie den Jobwechsel anstreben? Oder entspringt Ihre Motivation eher einer Emotion, schlimmer noch, einer Laune? Möchten Sie vielleicht nur etwas verändern, sind Sie etwa auf der Flucht?
Das wäre nicht nur eine der schlechtesten Begründungen in den Augen des Personalverantwortlichen. Auch Sie selbst könnten sich in Zukunft fragen, ob der Wechsel Ihrer Stelle wirklich eine gute Idee war. Können Sie dann noch loyal oder zufrieden sein? Deshalb lautet unser dringender Rat: Bevor Sie sich zu einem Jobwechsel entschließen, seien Sie sich der Gründe sehr sicher – und zwar sowohl auf rationaler als auch auf emotionaler Ebene. Erst wenn Sie selbst voll und ganz hinter der Entscheidung stehen, können Sie diese auch stichhaltig begründen.

Was ist der ausschlaggebende Grund für Ihren Wunsch, Ihren Arbeitgeber oder ihre aktuelle Tätigkeit zu wechseln?
Es wird sicher mehrere Aspekte geben, in denen Sie sich Veränderung wünschen. Doch sollten Sie weder in der Bewerbung noch im Vorstellungsgespräch lange Begründungen liefern. Das könnte sogar so klingen, als hätten Sie das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen. Ein, zwei klare Begründungen, auf den Punkt gebracht, sind viel überzeugender. Dies zeigt ihrem potentiellen Arbeitgeber auch, dass Sie in der Lage sind, Prioritäten zu setzen und Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.

Welche positive Motivation steckt hinter Ihrem Wunsch, sich zu verändern?
Auch wenn Sie tatsächlich frustriert über ihre aktuelle Tätigkeit sein mögen oder mit Ihrem Chef auf persönlicher Ebene auf keinen gemeinsamen Nenner kommen – die Frage lautet: Was wünschen Sie sich für die Zukunft und wie können Sie das – zunächst für sich selbst – als erstrebenswertes Ziel formulieren?

Tipps zur Wechselmotivation

Usnere Tipps- diese Wechselsmotivation kommen gut bei neuen Arbeitgebern an

Beispiele um in der Bewerbung den Stellenwechsel zu begründen

1. Ich möchte mich persönlich oder fachlich weiterentwickeln

Dies ist in den meisten Fällen ein überzeugender und nachvollziehbarer Grund. Wer möchte nicht an einem bestimmten Punkt seines Arbeitslebens eine neue Karrierestufe anstreben oder seine Kenntnisse erweitern?

Wesentliche Aspekte, die den Personaler in diesem Zusammenhang interessieren könnten, sind dabei:

  • Worauf kommt es Ihnen bei Ihrer Weiterentwicklung ganz besonders an?
  • Warum kann dies, Ihrer Meinung nach, die neue Stelle gewährleisten?
  • Haben Sie längerfristiges Interesse oder möchten Sie die neue Tätigkeit nur als Sprungbrett nutzen?
  • Wenn Sie eine neue Branche kennenlernen wollen – warum und weshalb gerade diese?
  • Oder wünschen Sie sich flachere Hierarchien um sich besser zu entfalten und/oder mehr Verantwortung zu übernehmen?
  • Auf welches Know-How greifen Sie bereits zurück, das Sie bei dem potentiellen Arbeitgeber noch besser einsetzen können?
  • Haben Sie eine Weiterbildung oder noch ein Studium absolviert, das Sie nun in der Praxis einsetzen möchten?

2. Ich möchte in einem globalen Arbeitsumfeld arbeiten

Möchten Sie neue Kulturen kennenlernen oder Ihre Sprachkenntnisse einsetzen? Dann schauen Sie gezielt nach einem Unternehmen, das auf einem internationalen oder sogar weltweiten Markt agiert.

  • Über welche Sprachkenntnisse verfügen Sie bereits?
  • Inwiefern möchten Sie Ihre Erfahrungen erweitern oder vertiefen?
  • Sind Sie reisebereit?

3. Ich möchte genau in Ihrem Arbeitsumfeld arbeiten

Sie möchten schon immer in einer ganz bestimmten Branche arbeiten?Ihr Traum war es schon immer, mit bestimmten Artikeln oder Fragestellungen zu tun zu haben? Dann begründen Sie dies entsprechend.

  • Wie lassen sich Ihre Fachkenntnisse auf den neuen Bereich übertragen, z.B. im Marketing-Bereich?
  • Was gefällt Ihnen besonders an dieser Branche?
  • Wo konnten Sie in diesem Bereich schon Erfahrungen gewinnen?

4. Ich möchte Familie und Beruf besser vereinbaren

  • Inwiefern kommt der neue Arbeitgeber oder die neue Stelle Ihren familiären Anforderungen stärker entgegen?
  • Möchten Sie künftig in Teilzeit arbeiten und bietet Ihnen ein Jobwechsel bessere Möglichkeiten hierfür?
  • Bietet der potentielle Arbeitgeber Optionen für Kinderbetreuung oder andere soziale Benefits?

5. Ich ziehe aus persönlichen Gründen um

Ein Umzug in eine neue Stadt kann zum Beispiel aus familiären Gründen erfolgen oder schon immer Ihr Traum gewesen sein. Lassen Sie Ihren Wunscharbeitgeber daher am besten wissen, dass Sie in der neuen Stadt einen Neuanfang starten werden.

In jeder dritten Bewerbung wird gelogen. Ein fehlender Abschluss oder eine zu lang geratene Auszeit. Könnte man hier nicht ein wenig kaschieren?

In jeder dritten Bewerbung wird gelogen. Ein fehlender Abschluss oder eine zu lang geratene Auszeit. Könnte man hier nicht ein wenig kaschieren?

Diese Begründung für einen Jobwechsel sollten Sie nicht ungefiltert nennen

Kürzere Arbeitswege oder ein besseres Gehalt

Auch wenn diese Wünsche durchaus auf der Hand liegen – für den potentiellen Arbeitgeber werden Sie dadurch nicht attraktiver. Überlegen Sie sich bitte genau: Was hat der neue Chef davon, dass Sie diese Motivationen für einen Stellenwechsel anbringen? Sie können sich hierdurch nicht positiv von anderen Bewerbern absetzen, denn diese Gründe sind allein ihre persönlichen und könnten auch dazu führen, dass Sie nicht lange im Unternehmen verbleiben wollen. Immerhin könnte eine andere Stelle bald wieder für Sie attraktiver sein.

Die Ursache für Ihren angestrebten Stellenwechsel ist eine bereits erfolgte oder absehbare Kündigung

Wenn Sie diesen Grund nennen müssen, so sollten Sie ihn gut begründen können.

  • Wenn Sie selbst gekündigt haben, so gilt das oben Gesagte: Konzentrieren Sie sich in Ihren Ausführungen auf die neuen Möglichkeiten, die Ihnen der Stellenwechsel bringen wird und vermeiden Sie, schlecht über ihren ehemaligen Vorgesetzten oder das Team zu sprechen.
  • Eine betriebsbedingte Kündigung wird Ihnen kaum zur Last gelegt. Ein Stellenabbau kann in jedem Unternehmen vorkommen. Begründen Sie die Ursachen sachlich, aber gehen Sie auch nicht zu ausführlich darauf ein. Ihren Arbeitgeber interessieren Sie und der Mehrwert, den Sie ihm bringen werden.
  • Sie haben die Kündigung selbst verschuldet? Das ist unangenehm und alles andere als vorteilhaft, aber noch kein Grund, aufzugeben. Gehen Sie am Besten gar nicht darauf ein. Wenn das Gespräch darüber nicht zu vermeiden ist, antworten Sie wahrheitsgemäß, aber ohne Details zu nennen. Und auch hier gilt wieder: Konzentrieren Sie sich auf die Zukunft, vielleicht darauf, was Sie daraus gelernt haben und welche Chancen sich nun für Sie und Ihren neuen Chef bieten werden.

Ein Stellenwechsel aus gesundheitlichen Gründen

Zwar ist das eine Motivation, die auf jeden Fall nachvollziehbar ist. Doch zeigen Sie deutlich, dass Sie auf der neuen Stelle leistungsfähig sein werden und dem potentiellen Arbeitgeber keine Nachteile entstehen werden. Auch so können Sie in Ihrer Bewerbung den Jobwechsel gut begründen.

Sie möchten weniger Verantwortung übernehmen oder haben sich am alten Arbeitsplatz gelangweilt

Dies sollten Sie unbedingt eleganter formulieren, sonst werden Sie für ihren neuen Arbeitgeber sofort unattraktiv. Eine neue Herausforderung, eine bessere Einsatzmöglichkeit für Ihre Kompetenzen oder aber auch die Vermeidung eines Burn-Outs sind wesentlich bessere Gründe für einen Stellenwechsel. Am Besten lassen Sie diese Motivationen jedoch als Begründung außen vor. Sicher fallen Ihnen hier noch bessere Beweggründe ein.

No-Go’s vermeiden

So vorbereitet ist es eigentlich schon ein Kinderspiel, die schlimmsten Fehler zu vermeiden. Diese absoluten No-Go’s bei der Begründung für den Jobwechsel sind noch zu beachten:

  • Rechtfertigungen
  • Negative Äußerungen über frühere Arbeitgeber oder Vorgesetzte
  • Allgemeinplätze wie „neue Herausforderungen“, „persönliche Gründe“ und Ähnliches.

Nun können Sie sich also schon daran machen, Ihren Stellenwechsel ganz individuell und überzeugend zu begründen. Benötigen Sie vielleicht noch einige Gedankenanstöße?

Zu guter Letzt

Besonders hartnäckige Personalchefs interessieren sich auch für Stellenwechsel in der Vergangenheit, die sie sich vielleicht nicht auf den ersten Blick begründen können. Doch auch hier können Sie gelassen bleiben. Erklären Sie, wie diese Arbeitserfahrungen zu Ihren Kompetenzen beigetragen haben, die Sie nun zum Vorteil Ihres neuen Arbeitgebers einsetzen werden.

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